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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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II. Dichtungen.

Die Gesellschaft der Reue, der Entschuldi-gung, endlich auch der tröstenden, weckenden H 0 ff-nung ist ihnen unentbehrlich. Die wenigen hinge-gen von deiner Art, Prometheus, denen ichselbst den himmlischen Funken in die Seele senkte,sie bedürfen jenes langsamen Gefolges seltner. MilVoraussicht eilen sic vorwärts, und doch bleibenauch sie, wie du selbst eS wärest, dem Jrrthumunterworfen. Auf alle zukünftigen Lebens-Tage vor-sichtig zu seon, ist den Sterblichen nicht gegeben.

Prometheus. Mich quälten, auch unterden Bissen des Geyers, jene unseligen Dienerinnender Furien, Reue und Entschuldigung, nie.Mit Freude sah ich zurück auf das, was ich gcthanhatte; mit Freude vorwärts auf das, was aus mei-nem Geschenk folgen müßte.

Pallas. Und doch war dir die Zeit nichtbekannt, da cs folgen würde; also war deine Vor-sicht hierin auch H 0 ffnu n g. Die kühnsten Vor-ausschcnden irren sich, wie du, meistens in derZeitfolge ihrer Unternehmungcn; was ihr Blickschnell umfaßte, kann der trage Fuß der Menschenerst langsam und mit Mühe erreichen. Denn jeneUmstande, unter welchen der Erfolg menschlicherEntschlüsse wirklich wird, ruhen sie nicht allein imSchooß der Götter, im Rathe des Schicksals? Duhörtest der Parzen Gesang, Prometheus; aber nuraus dunkler Ferne. -Zeit allein, die große Mutterder Dinge, Zeit ists allein, die entwickelt, was dieVoraussetzung wie in einem Knäuel erblickte, woranin der Zukunft so manchcrley Hände weben und we-ben werden. Woraus bildetest du den Menschen,Prometheus?