II. Dichtungen.
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„Abälard, sprach sie beschämt, durchglüht von heili-gem Schaamrolh,
Dein Mißtrauen, Gemahl, stieß mir den Dolch
in das Herz.
Warst du zur Hölle geeilt, voran dir hatt' ich mit
Freuden,
Wenn es dein Wink gebot, mich in die Gluten
gestürzt.
Und du wahnetest: Ich — wie Loths rücksehcnde
Säule
Weitete hinter dir; Freund, ich crröthe für dich!
Nichts that ich um Gott; ich erwarte keine Beloh-nung ;
Alles that ich um dich, Alles aus Liebe zu dir.
Nicht in meinem Busen, in deinem, einig in dir
schlug
-Mein Herz; nirgend ists, wenn es in deinem
nicht schlägt."
Agnes.
Horch, die Glocken ertönen. Der erste Puls —
Benedcyung!
Ave der Seele, sie stieg frey in ein lebendes
Grab.
Als zum Altar sie trat, wie ein Opferlamm, mit
der Blüthe
Geistiger Jugend geschmückt, zart in gefälligem
Reiz,
Sie, das Wunder der Zeit, die des Jünglings sustr^
Gesänge
Jeder Cyther genannt, jedem gesungen ins Herz,
Griechin, Römerin sic, die Vielbeneidete! Stand-haft
Herders W. z» sch,Lit, u,Kunst. VI. N Stücke.