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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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257
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II. Dichtungen.

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Abälard, sprach sie beschämt, durchglüht von heili-gem Schaamrolh,

Dein Mißtrauen, Gemahl, stieß mir den Dolch

in das Herz.

Warst du zur Hölle geeilt, voran dir hatt' ich mit

Freuden,

Wenn es dein Wink gebot, mich in die Gluten

gestürzt.

Und du wahnetest: Ich wie Loths rücksehcnde

Säule

Weitete hinter dir; Freund, ich crröthe für dich!

Nichts that ich um Gott; ich erwarte keine Beloh-nung ;

Alles that ich um dich, Alles aus Liebe zu dir.

Nicht in meinem Busen, in deinem, einig in dir

schlug

-Mein Herz; nirgend ists, wenn es in deinem

nicht schlägt."

Agnes.

Horch, die Glocken ertönen. Der erste Puls

Benedcyung!

Ave der Seele, sie stieg frey in ein lebendes

Grab.

Als zum Altar sie trat, wie ein Opferlamm, mit

der Blüthe

Geistiger Jugend geschmückt, zart in gefälligem

Reiz,

Sie, das Wunder der Zeit, die des Jünglings sustr^

Gesänge

Jeder Cyther genannt, jedem gesungen ins Herz,

Griechin, Römerin sic, die Vielbeneidete! Stand-haft

Herders W. z» sch,Lit, u,Kunst. VI. N Stücke.