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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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II. Dichtungen,

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den. Glaube ihr nicht, unschuldiges Kind ! Die ersteLugend meines Dienstes ist jungfräuliche Sittsamkeitund Unschuld; wie kannst du je eine Tochter Minek--veus werden, wenn du die schönsten Jahre deines Ge-bens schnöde verkühlt hast ? Ich fordre und krönenur stille Arbeitsamkeit, prachtlose Bescheidenheit,häusliche Treue und Einfalt; wie kann Pfauenprachtund junonischer Stolz mit ihnen bestehen und wiezu ihnen führen? Mein höchstes Geschenk endlich'ist geprüfte Leutseligkeit, stille Wahrheit. Die Furiewollte dich zu der machen, die mit der häßlichsten,unreinsten Falschheit meine Gestalt nachahmte undden Namen der Weisheit zum verwerflichsten allerNamen machte. - Wende deinen Blick von ihr undbegleite mich zu meinem Heiligthumc.

Die häusliche Pallas erzog das junge Mädchen,und stattete sie au§, vhne Reichchum., ohne junoni-sche Prachtgeschenke. Pallas Bild, ein Palladium,ward ihre ganze Morgengabe, ihr täglicher Spiegel,und an der Hütte des Bräutigams sproßte ein schö-ner Oelbaum; der nützliche, friedliche Oelbaum warbdas Bild ihrer armen, aber glückseligen Ehe.