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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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II. Dichtungen. ag5

Gesellin der Jugend; die Jugend währt nicht lange,und mit ihr verlassen uns, leider! die schönsten Ga-ben der Venus. Zur Erinnerung dessen, siehe, dahast du ihren Spiegel und ihren Apfel. Mit zu-nehmenden Jahren wirst du von selbst in den Dienstder Inno treten. Durch Pracht kannst du zu er-setzen suchen, was dir dann an Blüthe dev Schön-heit gebricht; und was sie dir nicht geben kann,wögen Kühnheit und Stolz dir geben. Zum An-denken dessen, nimm an deN schönen Schweif ihresPsäu's, und pflanze ihn auf dein Haupt zu künf-rigeiN Siege. Kommt endlich das einsame, run-zelvolle Alter; alsdann ists Zeit, dich m die Gestaltder Minerva zu kleiden. Ahme ihre Tugend, ihrVerdienst, vorzüglich aber ihre ernste, strenge Rei-nigkeit nach, und du wirst ---

Vom Blitze Jupiters war plötzlich das ZimMekentflammt, und vor ihnen stand die erhabene, edel-zürnende Pallas.Verführerin , rief sie, und blicktesie an, mit ihrem blauen, schakfstrahlcNden Auge;Mißbrauchst du meinen NaMen so schändlich? Werde,was du bist, aber nicht scheinest." Schnell war dieVerführerin von Pallas scharfsttahleNdem Blick indie fürchterliche Meduse verwandelt. Zur Furie wur-den die Züge ihres Gesichts, zu züngelnden Schlan-gen zischten empor ihre Haare. Das Mädchen er-schrak , aber die freundliche Pallas nahm sie zärtlichauf ihren Schoos und sagtet Erschrick nicht, liebesMädchen, ich habe der Verführerin kein Leid ge-lkan; sie erblickte ihre Gestalt in meinem glänzen-den Vrustharnisch, vor dem keine Lüge, keine Ver-stellung bestehen kann, und mußte, was sie ist, wer-

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