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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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II. Dichtungen.

Minerva*).

Die Schutzgöttin der Frauen.

1 .

Ihrer Bescheidenheit ungeachtet, hatte Minervabald alle Göttinnen gegen sich : denn auch im Olymp,sagt man, ist Neid eine gemeine weibliche Tugend.Sehet doch, sprachen sie, die Allclnweise! Sie flie-het Unsre Gesellschaft, siS kann sich mit uns nichtwürdig genug unterhalten. Und was Mag sie >denn in ihrer Einsamkeit thun? Unterhält sie sichetwa mit ihrem KaUtze?

Bescheiden trat Minerva hervor und zeigte ihreneue, schone Erfindung, das Gewebe. Sehet,sprach sic, meine Schwestern, was Mein Zeitvertreibsey, die stille, nützliche Arbeit. Die Kunst meinesSinnes und Meiner Hände wird den Menschen zurKleidung, zur Zierde werden: mein Geschlecht wirdsich angenehm beschäftigen Und die Männer durchBande des Fleißes fester an sich ziehn und an sicherhalten, als durch alle Netze müßiger Liebe. Glaubtihr denn auch nicht, daß Ein sinnreicher Gedanke

*) ungedruckt.