I. Dramatische Stricke. 117
A e 0 n i s.
(Die Hand auf sein Herz legend).
Mein Wort sey dir Gclobung, hcilges Her;!
Aeon.
Es wird mir leichter. Kühlet mir die Stirn,
Ihr Knaben! — Kind, in deiner Jugend nanntenWir dich Aeonis. Deines Vaters NameWard dir gegeben. Sprich, wie nannte dichSeitdem die Mutter?
Aeonis.
Bald Aeonis, bald
Agape *).
Aeon.
Nun so führe diesen Namen,
Den trefflichsten, den je du führen kannst:
Denn Ehr' und Tand verschwindet, Liebe bleibt.
Ihr Knaben, leitet zum Altäre mich,
Dem furchtbaren der Allvergangenheit.
Dein weißer Schleyer decke mich, 0 Tochter!
(Die Knaben führen den Greis zum Altar; anbetend knieter nieder. Aeonis hebt vom Boden die grünenden,blühenden Zweige beS zerfallenen Kranzes auf, bin-det sie sorgsam und legt sie auf den Altar» Nacheiner kleinen Stille schlügt die Glocke; beym erstenSchlage sinkt Aeons Haupt nieder. Aeonis nimmtden Beilchenkranz von ihrem Haar, und legt ihn aufs
*) Liebe.