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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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117
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I. Dramatische Stricke. 117

A e 0 n i s.

(Die Hand auf sein Herz legend).

Mein Wort sey dir Gclobung, hcilges Her;!

Aeon.

Es wird mir leichter. Kühlet mir die Stirn,

Ihr Knaben! — Kind, in deiner Jugend nanntenWir dich Aeonis. Deines Vaters NameWard dir gegeben. Sprich, wie nannte dichSeitdem die Mutter?

Aeonis.

Bald Aeonis, bald

Agape *).

Aeon.

Nun so führe diesen Namen,

Den trefflichsten, den je du führen kannst:

Denn Ehr' und Tand verschwindet, Liebe bleibt.

Ihr Knaben, leitet zum Altäre mich,

Dem furchtbaren der Allvergangenheit.

Dein weißer Schleyer decke mich, 0 Tochter!

(Die Knaben führen den Greis zum Altar; anbetend knieter nieder. Aeonis hebt vom Boden die grünenden,blühenden Zweige beS zerfallenen Kranzes auf, bin-det sie sorgsam und legt sie auf den Altar» Nacheiner kleinen Stille schlügt die Glocke; beym erstenSchlage sinkt Aeons Haupt nieder. Aeonis nimmtden Beilchenkranz von ihrem Haar, und legt ihn aufs

*) Liebe.