Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
Entstehung
Seite
113
Einzelbild herunterladen
 

I. Dramatische Stücke. rr3

Abkonterfeyn und damit listig-grausamVerhaßt mich machen, eh man mich gesehn,Verachtet machen, eh man mich gekannt.

Zwei) Knaben, sagte mir die Mutter, würdenUnsichtbar mich geleiten, an der SchwelleSichtbar empfangen. Sprecht, wer scyd ihr, Holde?Sah ich euch beyde nicht bey meiner Mutter?

Erster Knabe.

Mein Nam' ist:guter Wille."

Zweyter Knabe.

Meiner ist:

Der gute Ausgang." Unabtrennlich wollenWir dienen dir, wenn du uns treu und hold bist;Doch ohne meinen Bruder dien' ich nie.

A e o n i s.

Geliebte Knaben, meiner Mutter Freunde,

Ihr, die ihr mich unsichtbar leitetet,

Und sichtbar jetzt mich führen werdet. EuchVerlass' ich nie, verlaßt auch ihr mich nicht.Schlaft dort mein Vater?

(Sie tritt näher dem Schlafenden).

Heilges Angesicht!

Schau ich dich endlich? Doch, wie blaß und matt!Auf dieser holden Stirn so schwere Tropfen!

Die rechte Hand am Herzen, schlummert er,Unruhig, scheint es. Und ein welker KranzAuf seinem Schoos, zerfallen, hie und daNoch grünend, blühend. Vater, schlummre sanft!Dürft' ich die Schlafe küssen! Dieser StirnHerders W.z. sch. Lit.u. Kunst, VI. H Onam.srüeke.