»12
I. Dramatische Stücke.
Der welke Lorbeerkran; von meiner Stirn,
Zerfallen; nur noch ein'ge Zweige grünen.
(Er betrachtet ihn).
Auch Tropfen Bluts daran; noch frisches Blut,
Und doch so langst vergossen. — Mich ergreiftEin Schauer. Rinnt in meinen Adern Blut,Verwandt mit dem auf diesem Lorbeer? AuchDer Schemel wankt, das Polster weicht? Ich
schlummre.
(Er fallt in einen unruhigen Schlaf. Eine sanft-traurigeMusik laßt sich hören, zwischen inne von wilden Gän»gen und rauhen Tine» der Jagd« und Kriegsmusikunterbrochen, bey benen jedesmal der schlafende Greisim Traum sich regt und sein Herz bedeckt, immeraber, wenn die Töne sich sanft auslösen, wieder zurRuhe finket»
Unterbeß tritt Leonis hinein, weiß gekleidet,wie eine Vestalin verschleyert. Awey Knaben, mitPalmzweigen in der Rechten, treten ihr voran» Be»scheiden schauet sie nieder)»
4 .
Aeonis.
Tret' ich dich, hcil'gcr Bodcn? Fand ich dich,Geliebte Thür der alten Vaterwohnung?
Von der so oft ich hörte, und die nieMein Auge wissend sah. — Entkommen endlichDem graulichen Getümmel derer, die mich
Ab--