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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 6 (1821) Dramatische Stücke und Dichtungen
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I. Dramatische Stücke.

Vertrag mit dem Könige Minos in Kreta, ihmjährlich als Zoll abgcliefert werden, um, wie diepoetische Sprache sagt, dem Minotaur zur Beutezu dienen. Deute man nun diesen Minotaur, wieman wolle, so daß das Loos dieser Abgcliefertenauch nur Sklaven in einem fremden Lande, Tempel-dienst u. dgl. gewesen wäre; entehrend war der Zollfür Athen, schmerzlich den Eltern, deren Kinder dasLoos traf, und über alles traurig der schuldlosenBlüthe der Jugend, die, ihrem Vaterlande und denIhrigen entrissen, Lebenslang ein so schimpflichesLpfer werden mußte. Liebend verehren wir also denKönigssohn Thcseus, der nicht besser als andreseyn wollte, und sich selbst wider Willen des Vaterszur Mitfahrt anbot; dankbar ehren wir die kretischeKönigstochter Ariadne, dw dem fremden Helden-Jünglinge den Faden, aus dem Labyrinth und allenGefahren zu entkommen, reichte. Er erlegte, sagtdie Fabel, das Ungeheuer, den Minotaur, und be»freyte damit sein Vaterland vom schimpflichen Tributder Knechtschaft; Sie, sagt die Fabel, folgte ihm,verlassend ihr Vaterland, dem sie diesen entehrendenZoll entzogen hatte; Er, ein Befreyer, Sie, dieErrctterin eines schuldlosen Thcils der Menschheit.So weit hat die Geschichte etwas Großes und Edles.Unsre Einbildung gewinnet in ihr Raum, an so man-chen Minotaur zu denken, dem die Blüthe des Men-schengeschlechts hingcopfert wird, ohne daß ein The-seus vor sie trete und eine Ariadne zur Rettung ihmden Faden reiche.

Auch ist, nach der Erzählung eines Reisenden *),

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