Drittes Wäldchen. 2c5
auf Münzen einmal gäng und gäbe geworden— daaus ihnen auf den moralischen Charakter ganzer Na-tionen und Zeiten schließen?! —
Klotz führt Beispiele *). „Die Gewalt des Aber-glaubens und einer sclavsschen Unterwerfung gegen„die Priester herrscht in den Büchern und Briefen„jener finstern Zeiten eben so sehr, als auf den„Münzen, welche die Fürsten, vormhmüch in„Deutschland, damals schlagen ließen, als man„kbcils zu ohnmächtig und schwach war, sich der„geistlichen Herrschaft zu widerfttzen, theils noch„der wohlthatigen Hülse der Weltwcisheit, dieser„Freundin und Schwester der Religion, entbehrte,„um die Fesseln des Vorurtheils zu zerbrechen. Ist„es zu verwundern, daß ein solches Zeitalter nichts„lieber auch auf Münzen sah, als Kreuze, Schlüs-sel, Bücher, Bischofsstäbe und Kirchen. — —"Wie? die mittelmäßigste Kenntnis der Mittlern Ge-schichte und Rechtsgelehrsamreit, die diplomatischeStavrologie und Sphragistik, zeigt sienicht, daß Kreuze und andere Zeichen altes Herkom-men gewesen, das freilich im Anfänge aus Aber-glauben aufkam, nachher aber Jahrhunderte hinwegurkundliche Gewohnheit, bestimmtes Rechts- undHoheitszeichen, u. s. w. blieb — wie also in jedemJahrhundert, und in jedem Subjekt ein Zeuge aufmoralischen Charakter? Wie manche von diesen wer-den noch heut zu Tage signiert, wo sie ihres Lrrssind? und in den Damaligen Zetten scllce man sie
) S. cs.