Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 5 (1821) Kritische Wälder ; 2/3
Entstehung
Seite
179
Einzelbild herunterladen
 

»MW

Drittes Wäldchen. 179

den Mittlern Zeiten rcichsgangig war, den Kaisersitzend auf einem halben Cirkel, oder auf einemThore zwischen zween Thürmen abzubilden, als wa-ren die Füße dem Bauche entwachsen; wer dürfte da,bei solcher kaiserlichen majestätischen Stellung nichtan die Miene Despasians beim Sueton gedenken:vslut nitsntis! Ec mit Krön und Scepter, Schwertund Reichsapfel einem Fürsten mit Helm undPanzer, in seiner Hermelindecke und Hermclinmütze,mit Fahn und Wappen reitend der Bischof mitHut und Stab und Kreuz lind Oberrock drei Hei-lige auf einer Zürcher Münze, mit einem Nimbusoben, statt des Haupts, das jeder Rumpf zum Zei-chen ihres Märtyrerthums in der Hand halt. Dieseerzwungene Tracht und Stellung, die fast jedesLand, des guten Herkommens wegen, seinen Für-sten und Herren giebt, durchlaufen; und dannan das freie Kopfbild eines Alexanders zurück ge-dacht welch ein Unterschied! wo wohnt das freieSchöne?

Mich wundert, wie Klotz über die geharnischtenBrustbilder auf unfern Münzen so fremde, als einKind, thut: *)Wider das Costume sind sic doch:den alten Römern sind sie nicht nachqeahmt, denbyzantinischen Kaisern auch nicht so recht: sie müs-sen endlich wohl aus Rüstungen verschiedener Zei-

ten zusammengesetzt seyn."-So wenig ich

jn dergleichen reichsurkundlichen Sachen belesen seynmag, so weiß ich doch, außer der Zeit unsecs Co-

M 2

) S. 79. Lo. «. f.