Drittes W aldchen.
und Himmelsanstalten bei dem Hintritt eines Wohl?oder Hochseligen retten oder loben wolle. Wer magalle einzeilige oder gar lächerliche Münzhistorien lan-ge ansehen? Daß aber überhaupt unsere Münzvor-stellungcn mehr ins Historische, ins genau Bestim-mende einschlagcn, als die Alten, das, sage ich,ist oft unvermeidlich, oft nöthig, und, wenn manerlauben will, auch nützlich. Münzen sind Denkmahleeiner Merkwürdigkeit an die Nachwelt — was sindsie, wenn sie nicht deutlich, nicht bestimmt reden ?und wenn sie über unsre Welt von Denkwürdigkeitennicht immer nach der Weise der Alten reden können?Immer lasset sie sich alsdann ihre ciane Weise neh-men. Mit allen Vorzügen der Alten bierin sindnicht viele ihrer Münzen deswegen für uns undeut-lich, weil sie 'zu wenig bistorisch, zu wenig indivi-duell, zu abstrakt, zu allegorisch sind?
Nun stelle man sich nach Jahrhunderten eineNachkommenschaft auf unfern Gräbern vor; einegegen uns so fremde Nation, als wir gegen Grie-chen und Römer eine, die mit eben der Begierde inder Geschichte von uns forschen wollte, mit der wirunter den Alten forschen — Oder wenn wir ein sol-ches Gericht einer Nation nicht erwarten dürfen: solasset nur im Verfolg der Zeiten nachkommcnden Ge-lehrten und Staatskundigcn an genauen Dcnkmahlcnder Vorwelt gelegen seyn dürfen: wird ihnen etwaeine reine, würdige, historische Vorstellung nicht ge-legner kommen, als eine Himer die Allegorie versteck-te? als eine allegorisch halb-gesagte? als eine nurim Nebcnbegriffe angedcutete? — In diesem Falle
Herders W.z.fch.Lit, u.Kmift» V. M Lrrt.