Drittes W a l d c h e n.
i65
chelnd anszischcn, oder ansehnlich ausschcltcn — im-mer auch zu spät, da schon so viele Klagen verge-bens in die Winde verflogen sind, und selbst bessereBemühungen nichts ausrichten können. Am bestenalso, weder preisen, noch tadeln; sondern— erklä-ren. Die Alten sind auch in diesem Stücke so wertvor; was hat ihnen dahin geholfen? wir ihnen soweit nach; was halt uns zurück? was hat uns so
lang zurück gehalten?-Auf die Weise steigt man
in die Tiefen der Geschichte alter und neuer Zeiten,und kann die schwere Frage lösen: wie weit könnenwir ihnen auch in diesem Felde nachahmcn? wo sieerreichen? wo sic übertreffen? und so wird eine Ge-schichte des Geschmacks auch auf Münzen für unsreZeit pragmatisch.
Da Klotz sich auf diesen schlüpfrigen Weg nichthat begeben wollen, und ich in allem, ohne welchesich keinen Beitrag zur Geschichte des Geschmacksmir denken konnte, meine Erwartung betrogen fand,so entwarf ich, wie sie mir einsielen, einige Linien,die wenigstens zeigen mögen, daß ich über diese-Materie geschichtmaßig und antiquarisch nachgedachthatte: ein Riß, aber nur ein unvollendeter Schat-tenriß, den ich dem künftigen Verfasser einer Theorieund Geschichte der Medaillen übergebe.
r. Die Numismatik, als Kunst und als Wissen-schaft, ist, so wie jede Wissenschaft und Kunst, djcProduktion einer Nationalgescllschast. Aus der Ver-fassung der Regierung, der Denkart, der Religion,den Unternehmungen, den Zwecken, den Bestrebun-gen eines .Volks muß sich also Ursprung, Blüthe,