Drittes Wäldchen.
i63
jedes Auge, jede Seele von selbst; wenn ihm nurdas Bild des Schone» vorgehalten, wenn auch nichtjede Seite herab Geschmack geprediget wird — dennüberhaupt laßt dieser sich wohl wenig predigen.
Von jeher sind darüber Beeinträchtigungen genugentstanden, daß Ein Gelehrter, oder überhaupt EinWerkmeister die Arb.it einer andern Gattung überdie Achseln angesehen: .und .es wäre Zeit, solcheBlicke wenigstens öffentlich einzuhalten. Der Mün-zenschmeckcr, der auf das Schöne ausgekt, wirftdem Münzenkenner, der auf das Seltne, auf dasGelehrte, auf das Erläuternde sicht, vor, er habenicht seine Augen. Habe er doch nicht! Hast du
denn die seinigen? Wollte jeder nur das Schöne
auf Münzen crjagen, wer würde sich um die Zeit-punkte bemühen, da es nichts Schönes auf Münzengibti Wer das Rechtmäßige, das Urkundliche,das Zcitbcrechnendc, das blos Seltne, auf ihnen be-merken? Und ob dies etwa nicht auch nöthig oder-nützlich? Freilich sagt Heusinger zu viel, daß sichüber die Münzen des Mittlern Zeitpunktes ein soschönes Buch, als Span heim, schreiben ließe;nicht aber ein so nützliches Buch. Der Rechtsge-lehrte, der Diplomatikus, der Geschichtschreiber,der Alterthumskenncr Deutschlands und so vielefleißige Beispiele reden. Sollten wir nun ei-nen Joachim mit Mitlciden ansehen, weiler kein Klotz ist, und die Verdienste eines G a l-ter er s übersehen, weil er auf keine Jkvnologie desSchönen arbeitet? Unbilliges Achselzucken! so bleibtEine der nützlichsten Quellen von Urkunden unbe-
L 2