i6o Kritische Wälder.
lang deN Geschmack zu kitzeln, ohne sich einigeNabrunq dadurch erschmecken zu wollen. Der wahreTcmvel des Geschmacks ist nicht eine onentali'chePagode, ein Ruhesitz - wo man als am Endeseiner Wallfahrt sich nicdcrlaßt; er ist vielmehrwie der Tempel des Marcellus gebauet; die Pfor-te des Geschmacks, auch in Münzen- ein Durch-gang zur Wissenschaft: zur Wissenschaft, welche eswolle.
Der Pöbel der Münzverstandigen freilich —aber wer wollte sich (cs sei) nun zu eignem Lobe,oder zum Tadel anderer,) unter den Pöbel mischen?Die nutzbaren, die würdigen Münzgelebrten ge-rechnet ; und bei denen sollte ibre Gelcbrsamkeit demGeschmacks widersprechen müssen? dieser von jenernicht oft eine Gesellin, oft gar eine verdeckte Mi-nerva baben seyn dürfen , selbst wenn es auf wissen-schaftliche Untersuchungen ausgicNg? — Nicht zwei-feln soll einmal diecke Frage; sie soll blos die Er-innerung wecken! Wie? alle die großen Bearbei-tungen in den Feldern der Numismatik, obne Ge-schmack der Münzen bewerkstelligt? unter allen umdiese Wissenschaft so verdienten Namen, wäre einAddi'on und Klotz das einiae Duumvirat des Ge-schmacks? Jene Münzensammler und Münzencrklä-rer, weil sie nicht offenbar und allein vom Ge-schmacks schrieben; weil jener einen Tbcil der Ge-schichte, dieser einen Theil der Altcrtbümer, einandrer einzelne Stellen der Alten und ein vierterdie Chronologie aus Münzen aufgeklaret; darumsollten sie vom Geschmacke nichts gewußt? nicht dit
Schön-