Zweites Wäldchen.
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mahls,. durch das offne Liebcsbekenntniß, daß dieseSchäferstunde alle, alle seine Schaferstunden nachNamen und Zahl übertceffe, u. s. w. sich weigerndin die goldne Wolke ziehen lassen: bei Virgil fetzt
es Venus mit ihren Umarmungen offenbar daraufan. Bei Homer ist die Schaferstunde nur ein Mit;tel, die Augen des Jupiters durch den Schlaf znfesseln; bei Virgil ist sie der Marktpreis, daß Ve?uns ihre Absichten erreiche — Wer ist schamhafter,anständiger, edler? Gewiß! so weit Juno die Ve-nus an Hoheit und Adel: so weit übertrifft Homerseinen römischen Nachahmer ein innerer Würde undSchamhaftigkeit. Jener erzählet unschuldig, offen-herzig und , wenn man will, langweilig: der Römerversteckt, verkürzet; er hat sein: Ich könnte mehr
sagen! Jener erzählt episch, übergehend: diesermahlet, damit er Himken errege — wer verliert beider Vergleichung?
Es bleibt Virgils Zucht in Worten und For-meln über *). In Worten und Formeln? Darübersollte Mäccnas urthcilen: wir , jetzt, nach der Ana-logie unsrer Sprache, nach den wenigen Hülfsmit-teln zu einem Lexikon der Wortwürdc damaligerZeit, kaum! Kein Thcil der Sprache hängt so sibrvon Nebcnbegriffen des Gebrauchs, vom Eigensin-ne der Mode ab, als dieser: und in meinem Autorfinde ich so wenig Materialien zu einem Wörtcrbu-clie der Sprachwürde über Virgil, so wenig Vir-gil ein Lexikon der Liebe geben wollen. Ueberdcm
*) x. 266.