Kritische Wälder.
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genzu ergötzen, seine Kunst anleget; oder der Rö-mer, der sein Werk darauf setzet, um die erregtenEmpfindungen selbst auszumahlen? Der Grieche,der mit seiner poetischen Schilderung von Prachtund Schönheit der Juno, mit seiner schönen alle-gorischen Dichtung vom Gürtel der Venus, unserAuge stiehlt; oder der Römer, der cs recht eigent-lich auf die Liebcsumarmung selbst richtet? DerGrieche, bei dem wir die edle Bildung der Juno ineiner ganz unschuldigen Gelegenheit antreffen, da siesich schmückt: oder der Römer, der uns die schnee-weißen Venusarme nur alsdann zeigt, wann sie sichum Vulcan schlingen, wann sie ihm den elektrischenFunken der Li.be durch Leib und Seele jagen? DerGrieche, der uns die bimmlische Königin in ihremBrautgemache, nur bei verschlossenen Thüren, ent-kleidet, sie nur badend, salbend, zierend zeigt, unddas Uebrige unter den Gürtel -er Venus verhüllet,der sie auf Jda um Nichts so lange, so angelegent-lich besorgt senn laßt, als um Verborgcnheit, umnicht gesehen zu werden: beschämt zeigt sie Zevs
dem ringsum offnen Jda: schamhaft bezeuget sie,
wie, wenn sie von andern belauschet würden, siekeinem Flotte unter die Augen würde treten können:züchtig schlägt sie ihm sein Ehebette, seine Schlaf-kammer vor: sie läßt sich nicht anders,, als durch di«dickste goldene Wolke sicher machen: der Römerüberbebt seine Venus aller dieser Deforglichkeiten:ungestört fangt sie ihr Liebesspiel selbst an. BeiHomer muß Juno in einer ganz andern Absicht denJda vorbeiziehen, ganz, wie es scheint, ohne Ab-sicht ihm das Herz entwenden, sich anhalten, unddurch ein außerordentliches Werlangm ihres Ehege-