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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 5 (1821) Kritische Wälder ; 2/3
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129
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Zweites Wäldchen. »29

Er beweiset nicht recht die SchamhaftigkeitVirgils als Schriftsteller: denn wodurch beweiseter sie? Durch das n«xa-P«?-sv? Wie! er wagt dasxLrco-p«ws»- ftnes Römers, eines antiksprechendcnDichters, eines gracisirenden epischen Dichters ken-nen, aufzählen, bcurtheilen zu wollen? Wer weißes nicht, daß die feinsten Zweideutigkeiten blos aufdem schlüpfrigen Witze einiger Zeitgenossen , auf demwandelbaren Eigensinne eines üppigen Sprachge-brauchs, oder Sprachmißbrauchs beruhen? Werweiß nicht, daß es am wenigsten zumgehöre, wie ein Wort ausgesprochen werde (<gric>-nicxlo vsteres pronuneiari nt verdu *) son-dern wie diese und jene Gesellschaft, dieser und derWortmäckler sie verstanden, oder mißverstanden?finala consustuelins in ohscaenurn intelleeturrräeiorssrint) Wer weiß nicht, daß eben ein ar-chaisirender Schriftsteller, wofür Virgil bekanntist, am ersten Gefahr lauft, den Neulingen derSprache obscön zu werden? daß ein epischer Dich-ter, insonderheit der dem Genie einer fremden ho-hen Sprache nacheifert, der erste sey, unschuldigen«noH<x>7-<w zu machen? Wer weiß nicht, daß einepischer Dichter immer lieber einen hohen altenstarken Ausdruck sancts et religiöse setzen, alsfür die Ohren einiger Zuchtkramer auslassen wird?Und wer weiß nicht, daß nach der Auslegung dcSServius, und nach der Tortur, die Eclfus den»Mrgilischcn

*) P. aöb.

Herders W.z.sch.At.u.Knnst, V, I L-it.sp'äl-r«,.