Zweites Wäldchen. 7 2)
Gefühl, der über die Schamhaftigkeit Homers schrci-den will: so wie ichs einem andern, sonst feinen
und schätzbaren Kenner *) gewünscht hätte, da ervon den Sitten griechischer Dichter zu schreiben un^rernahm.
Ich weiß, dass ich in Beispielen dieser Art nichtblos die galanten Herren, sondern auch manche from-me Ehrbarkeitspedanten unsrer Zeit gegen mich ha-ben werde, die mit dem ehrbaren Schriftsteller,über den ich schreibe, oft genug ausrufen dürften **l:ut^u« etiam katoor ipss, rniki non oinnino^nokari Kuno loouin, yuorn rsliczuoo e^ici oar-ininis insiestoti ästrakore puto (her gewöhnlicheLieblingstadel unfers Verfassers) aber vielleicht auch,daß die Kenner der Griechen insonderheit in ihrenpoetischen Zeiten auf meiner Seite fcyn dürsten:stiguo stioin t'atoor contra, iriichi, ton^nonr6-rereco, et braocs ssntienti, oinnino xrokariKuno locurn, ^uorn inolli Orascoruin Ue vo-nuststs iuclioio optims rssxonclors puto. Undin der That, wenn die feine jonische Wollust nichtdem poetischen Geiste der Griechen Charakter gege-ben hatte: wie viel schöne Kinder der Poesie vonHomer und Anakreon, und Sappho an, bis aufTheokrit und Moschus zu, würden Embryonen deridealischm Wollust geblieben scyn! Und wer, nachdem Klosterzwange unsrer Zeit, eine beurtheilen,
*) Ueber die Sitten der griechischen Dichter, Th. 7.
**) p. 26h. de verecnnd. Virgil.