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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 5 (1821) Kritische Wälder ; 2/3
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Zweites Wäldchen.

sten, und am längsten die Neigungen der Liebe fühlt:was wird aus ibm, wenn man diesen Begierden dieDecke, die Hülle wegnimmk, die ihnen die wohl-thatige Natur gab?

Doch ich sage nur so viel. In einem Publi-kum, wo das Frauenzimmer nicht mit zum Publi-kum gehört: da kann auch ihre weibliche Sittlichkeitkeine Einflüsse in den Ton des Lebens äußern, dawird nur d.r männliche Charakter die Denkart desGanzen bezeichnen. Und da nun die Schamhaftig-keit , ich sage damit eben nicht, die innere Zucht,vorzüglich eine weibliche Tugend seyn sollte, umvielleicht, (doch was geht mich dies Vielleicht an?)so wird man sich in einer bloßen Mannsgesellschaft<me gewisse Offenheit nicht verübeln, die immer Un-bescheidenheit lsieße, wenn Heide Geschlechter in jglci-chem Maaße ihre Stimme zum Tone des Ganzengeben. Die Granzen des züchtigen Anstandes wer-den etwas weiter hinaus gerückt, die Schamhaftig-keit wird nicht mehr, ass ein wahrhaftes männlichesV.scheidenseyn, seyn dürfen, und also auch keineGrazie der Weiblichkeit seyn wollen. Das ist dererste Unterschied, der sich ereignen kann.

Ein englischer Weltweiser erklärt hierüber, ober gleich eigentlich nur von der eigentlich gesellschaft-lichen, bürgerlichen Schaam redet, meine Gedanken:Unter den Alten , sagt Hume *), ward der Charak-

*) Ussriz-L gnll ll'restiüss c>k »nverick 8ulsieor«.Vol. i. XVII. x. »gs.