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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 5 (1821) Kritische Wälder ; 2/3
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Kritische Wälder,

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Zeit, oder gar fremder Völker , abgestorbner Zeitenreden; noch weniger lassen sie sich vergleichen, nochweniger aus einer fremden Schamzcit beurthcilcn.Ich wage mich also an einen historischen und geogra-phischen Blick über Zeiten und Völker nicht aberan eine Geographie der Zucht, oder an eine Scham-Historie aller Zeiten.

Wenn bei einem Weibe die wohlbewachte Schamdie Führerin ihrer Tugenden ist, wie Diana beiVirgil ihrer Oreaden: wenn, Rach der weiblichenMoral, Scham und Zucht vorzüglich Tugend heißet,und bei manchen auch beinahe die Stelle aller übri-gen Tugenden vertritt: so wird man diese Empfin-dung auch eigentlich da wirken sehen, wo in denNeigungen der Liehe das zarte Geschlecht mit unseinerlei Gewicht in die Schale legt, um den Tonder Liebe zu bestimmen. Dies ist in den despoti-schen Morgenländern, wo die Weiberharems Be-hältnisse von Sclayinnm sind, nicht. Hier ist nurder Schleier und das Schloß das Siegel der Scham-haftigkeit: nur die schwarzen Verschnittenen die ei-gentlichen Zuchtmeister und Zuchtbewahrer:, nurdie Mauer des Serails die Grenze der Keuschheit.Da mit dieser Erircmnat, so gut, der Keuschheit,als her ddnkeuschheit, ihre Sphäre zu wirken, benom-men wird: da der Schleier und das Schloß nur dieGemüther der Weiber um so mehr erhitzen, so mußnatürlich auch die Scham, je mehr sie äußerlich be-wacht wird , um so mehr vor dem entfliehen, der siebewachen ließ, und so kann es kommen, haß oft dasschamhafte Geschlecht das schamlose heißen könnte.Da es, vermöge seiner Natur, zuerst, und am stärk-.