Zweites Wäldchen. 117
röthe der unwissenden Unschuld, der unwilligen Tu-gend? -Nicht nothwendig!
Ich habe blos den Unterschied der Begriffe,zwischen Naturempffndung, gesellschaftlicher und mo-ralischer Scham entwickelt; und verhülle, wie So-krates, da er von der Liebe dithxrambiürte, meinGesicht, um keiner von dreien zu nabe zu treten.Nur eben aus Bcrchrung, will ich die Naturcm-psindung nicht mit ^oquettcrie, und die schönste derTugenden nicht mit ihrer Nachäfferei! der unzüch-tigen Ehrbarkeitspedantin verwechselt haben. - Viel-leicht sind Leser, die auch die Erste von dreien füreinen Gesellschaftstrieb halten, denen widersprecheichnicht; sie ist aber alsdann wenigstens ein Zöglingder menschlichen, nicht blos bürgerlichen, nicht blosartigen Gesellschaft: sie ist näher unsrer Natur;und das nur habe ich sagen wollen.
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Wie? wenn wir nun jetzt, da wir diese Göttin-nen der Schamhaftigkeit einigermaßen von Gesichte,oder nach ihren Hüllen wenigstens haben unterschei-den gelernct, uns nach ihnen unter vcrschicdnen Völ-kern , in verschiedenen Zeitaltern, umsehcn würden:wie sie da erschienen? — Mich dünkt, ohne Vor-aussetzungen hierüber laßt sich kaum von der Scham-haftigkeit eines fremden Volks, einer abgestorbnen