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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 5 (1821) Kritische Wälder ; 2/3
Entstehung
Seite
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io3 'Kritische Wälder.

stisch! wie mahlend! *) Der wollüstige Ehebrechersteht uns vor Auge», der Mcnelaus sein schönesWeib entwenden, der aus dem Zweikampfe un-rühmlich fliehen, der sogleich wieder in den Ar-men der Helena seinen Ort suchen konnte> das istParis! Wir lasten den weichlichen Diener der Ve-nus in den Armen der geraubten Gattin , und keh-ren mit Verachtung seiner zu der Armee zurück,wo man ihn sucht, und nicht findet! wo Menelauswohl nicht glaubt, daß er La sey, wo er ist. Ho-mer schließt seinen Gesang.

Hierin, was von Homer zu seiner Zeit aufeine so simple unschuldige Art erzählet ist, finde ichkeine Spur von Anstößigem, Unehrbarem, Scham-losem: nichts, was die Ehrbarkeit seiner Zuhörer

verletzt, und die Wangen seiner epischen Muse mitSchamröthe färben darf: nichts, als einen sehr

charakterisircnden Zug des Paris.

Lasset aber die Zeiten sich andern: es fange dasganz andre Ding zu wirken an, was wir Ehrbar-keit, Anstand nennen, ohne doch eben Tugend dar-unter zu verstehen: Dinge, die man auch ohne Ne-ckerei und Zoten sagen wollte, wird man oft nichtnennen wollen, nicht nennen dürfen, und endlich

*) Daß ich nicht der Erste bin, der das in Homerfindet, mag Marimus Lsyrius zeigen, derin seiner zweiten Rede von der sokratischen Liebedie Liebesepisoden in Homer genau und charak-termäßig elgMcirt.