86
Kritische Wälder.
„daß, wenn sie die alte Mythologie verloren, ihre„Verte kalt und matt werden dürsten — die Furcht„ist v.rgeb.ns. liefert uns doch untere heutige„Welt solch eine Menge neuer Gedanken und Vil-„d.r, daß es ein.m glücklichen Kopse nie an Zier-„rath seiner Gedickte fehlen kann. Bedenke, wie„manches in der Naturlehre durch die Bemühung„der Menschen jetzt entwickelt ist, was vormals„entweder unbekannt, oder sehr dunkel fern mußte.„Bemerke ferner, daß der Kreis der Erde in neue-ren Zeiten gleichsam erweitert scy, durch Entde-„ckung der Länder, die vormals unbekannt waren,„und erwäge, welch eine Menge Zicrrathcn dem Poe-„ten daraus erwachse, weit besser, als die Namenseiner Juno , Pluto, Cerberus , Rhadamandus und„Charon." Rathgeben, sagt Plato, ist doch einegöttliche Sache; und gegebene Rathschlagc prüfen,dächte ich, noch eine göttlichere.
Ich setze voraus, daß hier die Frage nichts we-niger, als W o r tz i e r r a th, dichterischenSchmuck betreffe, denn jeder Zierrakh, der nichtaus der Sache selbst entspringet, der erst gesuchtwerden muß, ist Fehler; wir suchen also eine in-nere Bereicherung der Poesie in ihrem We-sen statt der Mythologie.
„Entdeckungen der Naturlehrc!" Allerdings!wenn sie so bekannt, so fähig der poetischen Spra-che , so reich an Bildern, so anschaulich sind — alsdie Mythologie; allerdings! So verschwindet jene,wie Schatten gegen die Sonne, wie Fabel gegendie Wahrheit: und die Schöpfung eines New t o n s,Nicuwetyts, Swa m nicrd a in s, Bufsons,