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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 5 (1821) Kritische Wälder ; 2/3
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Zweites Wäldchen. 63

schreibt nicht eines seligen Todes und des Himmel-reichs wegen, sondern nur, um poetisch seine Leserzu täuschen. Er verabscheuet also die Mythologie,nicht als ein ungastliches Wesen, und als eine Ge-schichte weltlicher Lüste, sondern weil sie in seinemheiligen Poem seinem Zwecke, seiner Laufbahnher Gedanken fremd, und dem poetisch anschauendenLeser widrig seyn muß. Auf einem andern Schau-platze könnte eben derselbe Leser diese unchristlichen,gottlosen Geschöpfe der Lügen ganz behaglich sehen,und vielleicht eben der Dichter, wenn er ein Wie-land ist, mit Feuer bearbeiten; aber auf diefen ge-hören sie nicht,der poetischen Wahrschein-lichkeit halben." Denn wenn die Maschinendcr heidnischen Religion bis zur Täuschung geglaubtwerden sollen; wie denn aus eben der Maschinechristliche Wesen? Sie wirken dem anschauendenAuge gegen einander, sie heben an Wahrscheinlich-keit einander auf.

2 . Auch wenn der Dichter allein spricht: sospreche er in Einem Gedichte von beiden nicht ganzauf Eine Art; als wenn er an beide gleichglaubte, und sie beide mit einerlei Wahr-heit behandelte. Eine Anrufung an den heil.Geist und an die Kalliope zugleich isi ungereimt;nicht, wieder, als Gottlosigkeit, als Sünde widerden heil. Geist, sondern dcr poetischen Täuschunghalben. Entweder sind bude dem Dichter alsdannWesen von gleicher poetischer Existenz; dies wider-spricht sich oder beide nur Redezi.rrath, nurpoetische Figuren : dies beleidigt den Leser noch mehr,denn er kommt dadurch zu sich zurück, um dem