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Kritische Wälder.
Wortkünstler ohne inneres Wesen und Leben gewahrzu werden — oder Eins von beiden hat nur poeti-sche Wahrheit; und warum steht alsdann das An-dere da? Es hindert die Wirkung des Ersten. Indiesem Stücke bat freilich niemand so gesündigt, alsSannazar; ich wiederhole es aber nochmals — gesündigt,nicht wider den heil. Geist, sondern wider die poe-tische Wahrheit und Illusion.
3. Wo dies nicht ist, wo die poetische Wahr-heit und Wahrscheinlichkeit nicht darunter leidet, woes der Congruitat des Gedichts nicht entgegen ist, anmythologische Namen, an erdichtete Gegenden zudenken — immerhin! Die Mythologie ist einemguten Tbcile nach historisch, oder allegorisch; selbstdas Fabelhafte in ihr mischet sich mit Geschichte undAllegorie; warum sollte sie als solche nicht auftre-ten? Wenn sie bekannt genug, airschauend, und eineSchöpferin großer Begriffe zur Würde eben deschristlichen Objekts ist: so kniet sie als ein Opfer
vor dem Altäre der Religion. Selbst Religionwollte sie hier nicht fern, sie ward als Geschichte,als Allegorie, als alte Sage, oder als bekannteDichtung gebraucht: und da oft mit einer Wirkung,die anderswoher nicht ersetzt werde» konnte, vor-trefflich! So Milton, so Voung, so oft die Dichterder Offenbarung!
Aber viertens: wo in einem christlichen Ge-dichte die Mythologie keinen poetischen Nutzen schaf-fet; da bleibe sie weg , denn jedes Müßige, -jedes derpoetischen Wirkung Widrige muß wegbleibcn.