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ä'2 K r i t i sc h e W a l d e r.
Horaz und Virgil waren Dichtcr einer fremdenReligion; zugleich aber Dichter der edelsten Natur,der vortrefflichsten Sprache: die Mythologie eineSammlung von Zrasenmährchen; aber auch eineWelt voll sehr poetischer Ideen. Unter solchen alsolebten damals'Dichter und Künstler: sie wandeltenunter heidnischen Statuen und heidnischen Dichternund heidnischen Sprachen: das Neue, die Mor-
genrölhe des Geschmacks, hatte dreifach stärkereWirkung auf sie: sie wurden selbst römische Dich-cer und neugriechische Künstler und christliche Hei-den. Der Cardinal der römischen Kirche war einheidnischer Bembo, der neue Horaz Vida Bischofvon Crcmona: das Kind mit christlichem Wasser
getauft, ward mit heidnischen Begriffen dcS Schö-nen acnahret: die Vermischung ward Geschmack derZeit und des Landes. Leo der zehnte vergab christ-liche Sünden, und wandte die heiligen Summenauf das unhcilige Schöne der Heiden : in die Tem-pel Italiens kam David und Apollo, Christus undBelial neben einander, und die Geschichte Jupitersund Lcda auf die Thüre des heil, römisch-katholi-schen Peters.
Wer kann nun ebne Rücksicht auf Zeit, Land,und Sprache Sannazar und Vida, Dante und Pe-trarca, Ariosto und Lasso, und wen weiß ich mehr?tadeln *), ohne sic zu erklären, ohne uns aus ibreJahrhunderte aufmerksam zu machen, da die scho-lastische Wortgrüblerei, und die Sprache der
Ichr-it. Homer-,- 7g —, 72. eto.