Zweites Wäldchen, 5r
dem schon lo oft gesprochen ist, sondern lieber aufdie Ursachen dringen sollen, die diesen MännerZwang auflegren.
Zweitens, auch die Zeiten und Lander Mußman unterscheiden, in denen ein Dichter lebte, indenm und für welche er schrieb. Die Meisten dergerügten Poeten sind Italiener, aus dem Lande derAltcrtbümer also, ans oder vor den Zeiten, da derEe^clnnack des alten Graciens und Latiums wiederaufleble: wer wird nun einen Dante, Petrarca,Sannazar, Bida, Ariosto, Tafso, Marino ausallen diesen Zcitvcrbindungcn rücken, und so schlecht-bin vor das Gericht einer fremden Zeit, eines frem-den Landes fordern, daß fle das Heilige mit demUnheiligen vermischet? Der Geist der alten griechi-schen Mythologie, aus seinem Baterlande vertrieben,floh nach Italien: Italien gab er die Dcnkmableseiner Größe in Poesie und Kunst und Weisheit:in Italien erwachte er wieder ; erwachend aber fander ein Land, mit einer fremden, der christlichen, Re-ligion bedeckt. Indessen strebte er in die Höhe,schaffte sich Bewunderer, Anbeter und Nachahmer;Nachahmer, die in den Begriffen einer andern Re-ligion, Denkart, und Sprache erzogen waren: wasanders also, als eine Beimischung zwcenec fremdetStröme, die gegen einander brausten, und endlichzusammen flössen. Der christliche Künstler, demApollo profan war, fiel doch vor ihm, als vor demhöchsten Dcnkmahle der Kunst, nieder: die Statuender Götter waren Geschöpfe des Aberglaubens,aber auch Geschöpfe der schönsten griechischen Kunst-
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