widrige Vermischung! Ueberläßt sich der Dichterdem Geiste seiner Religion; so wird er Jüdisch-, sowird er Christlichlatein zu sprechen in Gefahr kom-men ; folgt er dem Geiste der römischen Poesie,Denkart und Sprache; wie weit von Judaa ab wirdder ihn hinsühren! Will er, als ein Hellcniste, ausbeiden Wegen gehen, und Gleichgewicht halten —unwürdige, ermattende Wachsamkeit! drückendesJoch des Geistes, der in der Poesie nichts so sebr,als Freiheit, liebet! Der furchtsame matte Dich-ter 'wird an der Erde kriechen, und nie sich aus-schwingen können: denn er schrieb für die Censur
zweier Inquisitionen, eine christliche (oder jüdische)und eine römische! — Mein Rath also, daß mannie den Bogen der römischen Poesie nach so weitvon Rom entlegnen Gegenständen spannen wollte,wenn man auch Pindarische Pfeile hatte: man
trifft nicht.
Es versteht sich, daß die Dichtnngsarten nichtalle gleiche Schwierigkeiten haben. Eine Hnmne,ein Lehrgedicht, eineEancate ist eher g c i stlicb unddoch lateinisch zu liefern, als ein Trauerspiel,eine Dichtung, ein Lustspiel, eine Epopee. B u-chanans Juden treten als Juden auf; latei-nische, römische Juden in Galiläa !' Frischlins Js-mael in Mesopotamien, und daselbst mit Classenla-rein! Sannazars Cerberus, Centauren, Hydern,Proteus, im Stalle zu Bethlehem ! bei einem Trau-erspiele, Lustspiele, Heldengedichte, welche Dishar-monie , und doch fast wie unvermeidlich! Klotz alsohatte über alle diese Dichter nicht blos sein kritischesUrtheil vom Throne hinunter sprechen, das von an-