Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 5 (1821) Kritische Wälder ; 2/3
Entstehung
Seite
44
Einzelbild herunterladen
 

44

Kritische Wälder.

und verlieret, das; zuletzt cin Echo, wie die Stimmeder Muscn in meiner Seele, bleibe, das Bewun-derung sey. Diesen Hauptunterschied hat Klotz nichtbeobachtet.

Und wer ists wohl, der die Empfindungen derSeele besser und natürlicher auf einander folgen kaf-fe, als Homer? Kann denn cin Leser von griechi-schem Gefühls, der Musik der Seele hat, es beiHomer unempfunden gelassen haben, wie er einenTon der Seele aus dem andern entwickelt, und ineinen andern auflöfct wie keine Stimmung beiihm über die andern vc-rschreien, mebr als sie zumGanzen Eindruck Nachlassen soll. Wer dies em-pfunden , wer dies als eine stetige Kraft der Ho-merischen Muse gefühlt: wie sollte der nicht zittern,den Tadel niederzuschreiben:Homer weicht oft

aus der Gravität und Dignität des epischen Ge-sanges: Homer wirds schwer, zurück zu halten,

was Lachen erregen könnte, und er bringts amungeschicktesten Orte an: Homer hat, durch sol-,,che Unartigkeit, sein Gedicht nicht wenig ent-stellt : er macht den Leser unwillig, verdrießlich:

man muß Stellen, Seiten aus ihm wcgwcrfcn,um im Tone feines Gedichts zu bleiben.^ Ogöttlicher Sänger! wenn du auflebest, so giebdoch erst deinen Lesern Ohr: gieb ihnen Musik derSeele!