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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 5 (1821) Kritische Wälder ; 2/3
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Zweites Wäldchen. s5

anbringt, um den Helden seines Gedichts einenKontrast zu geben." Klotz hatte diese Stelle ganzvor Augen, trübt aber d'Argcnsons bessere Anfüh-rung Homers. Dieser picbt dem Thersites einenvon aller Welt verachteten Charakterden ihmauch Homer giebt; Klotz macht ibn zum Possen-reißer, was ein d'Argcnson sich nicht einmal zubehaupten getrauete, und wovon Homer nichtsweiß. Der Franzose läßt ihn und Vulkan vom Ho-mer charakccrisiren, um den Helden seinesGedichts einen Kontrast zu geben; derDeutsche fahrt über Homer her, daß er, aus Un-gcschliffenhcit seines Zestaltcrs, aus der eitlen Sucht,dem Leser ein Lachen am Unrechten Orte abzujagen,oder gar aus Mangel der Beurthcilungskraft, demGedichte so häßliche Flecken einbrenne, dem LeserZur Last wäre, ihm am Unrechten Orte ein unan-ständiges Lachen abzwinge, die Würde seines Eposaufopfere.

Was also Vulkan betrifft: so wird jeder KennerHomers wissen, daß das Ideal seiner Götter nichtsweniger, als das Ideal höchstvollkommencr, geisti-ger, allerhöchster Wesen ssey. Sie haben alle ihrenCharakter, der nach Körper und Seele, nach Stärkeund Denkart, nach Würde und Neigungen, nachAnsehen und Verrichtungen so bestimmt ist, als dieNamen, dis sie führen, oder die Partei, die sie imHomerischen Gedichte nehmen. Wie also bei denalten Künstlern die Bildung jedes Gottes ihr eigent-liches Ideal, ihre Gestalt bis ^uis Bart und Haupt-haar hatte: so sind auch im Homer ihre Charakteregleichsam eine Reihe von eigenthümlichcn Brustbil-