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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 5 (1821) Kritische Wälder ; 2/3
Entstehung
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Zweites Wäldchen.

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Auf solcher Grundlage stand sein Gebäude: EinGedicht für seine Zeit. Die Vorstellungender verflossenen Jahrhunderte sollten in der Spracheseines Zeitalters, nach dem Gefühle eines Sängers,der in diesem Zeitalter gebildet war, nach dem Au-genmerke einer Welt von Zuhörern, die nach ihrerZeit dachten, vorgestellet werden: so sang Homer,

und anders konnte er nicht singen --- Ein Bardevoriger Zeiten für seine Zeit. Wer sich indiese zurück setzen kann, in Erziehung und Sitten,und Leidenschaften und Charaktere, und Spracheund Religion für den singt Homer, für keinenandern.

Es ist lächerlich, von Homer fordern, daß ersich nach den Sitten einer^künftigen Zeit hatte rich-ten sollen. Dazu gehört Gabe der Weissagung, undnoch was mehr, die Gabe, unmögliche Dinge zu thun.Wenn wir fordern, daß Homer für unsre Zeit undDenkart hatte schreiben sollen, so hätte es ein alterIndianer und Perser, der auch Homeren in seinerSprache las, fordern können! So auch ein schola-stischer Mönch des fünfzehnten Jahrhunderts, wenner über Homer kam! so auch ein hottentottlscherKunstrichter, weNn einmal der Genius der Wissen-schaften Europa verlassen, und mit Homer'n in derHand Nach dem Vorgebirge der guten Hoffnung zie-hen wird! so auch ein jeder Thor von Einsiedler,der auf einer Säule, wie SimoN, det Stylite, altund grau wurde! Alle werden alsdann im vereinig-ten Chore mit uNscrm lateinischen Perrault anstim-men können *): Horrieruiu äornritusse ulicjrroriLs,

*) Homer, p. slt-

Herders W.z.sch.Lit. «.Kunst. B