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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 5 (1821) Kritische Wälder ; 2/3
Entstehung
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Zweites Wäldchen. i3

brauche der lebenden Welt, in aller Unschuld undEinfalt seines Zeitalters. Wer kann ihn nun Haren,als ob er spräche? Tausend Wörter haben ihrenSinn, allmählich umwandeln - oder sich in ihrem Ge-brauche seitwärts biegen und verfeinern müssen.Müssen, ohne daß cs jemand wollte, und bemerk-te; denn der Geist der Zeit veränderte sich. Manbedielt immer das Wort, man glaubte auch immer,denselben Begriff ;u haben; denn in der gemeinenSprache des Umganges wechselt man klare, und nichtdeutliche Ideen: und dock) so, wie sich Lebensart,und der Geist des Jahrhunderts änderte, so hattesich auch der inwohucnde 'Geist vieler Wörter ver-ändert. Sehr spat endlich ward die Sprache wis-senschaftlich. Der Wörtersammler, der die Begriffeaus einander setzen, deutlich machen sollte, fand eini--ge vielleicht schon gar nicht in seiner lebenden Spra-che; er mußte rächen, und die Muse gebe, daß erunter Hunderten nur einmal übel gcrathen hätte.Bei einem andern desinirte er nach dem Begriffeseiner Zeit: wie aber, wenn dieser blos ein jün-gerer, ein abstammender Begriff gewesen wäre? Beieinem dritten nahm er vielleicht gar nur eine ver-feinernde Bedeutung des Philosophen, eine Ncben-bcstimmung dieser und jener Schule, Provinz, Sekte,Menschengattung, und trug sie ein. Nun kommenach drei tausend Jahren ein Mensch aus einer frem-den Sprache, ans einer ganz andern Welt, urthcileund richte, und mäekle Wörter, sicherer.würde er dieBücher der cumäischen Sibylla in Ordnung bringenl

Wer mir nicht glarckt, lese hierüber die Vorrededes arbeitsamen Johnsons zu seinem englischen Wör-