Erstes Wäldchen» 228
dunkel empfinden; denn von dem klaren HinzUdenkenist hier nicht die Rede.
Endlich: eckelhafte Gegenstände fürs Auge.Lessing glaubt *), „daß ein Feuermahl in dem Ge-milchte, eine Hasenscharte, eine gepietschte Nase mit„vorragenden Löchern, ein gänzlicher Mangel der Au-„genbrauNcn, sich wohl so nennen ließen: daß wir et-„was dabei empfinden, was dem Eckel nahe komme,„daß, je zärtlicher das Temperament ist, wir desto„mehr von den Bewegungen im Körper fühlen wer-„den, die vor dem Erbrechen vorhergehen." Ich magbei so »»sichern Sachen des dunkelsten Gefühls überNamen nicht streiten: indessen dünkt mich, daß daszärtlichste Temperament, und dazu im zartesten Zu-stande der Empfindung, z. E. eine schwangere Frau,solche Gegenstände eher widrig, als eckelhaft nennen,eher davor zurück schaudern, und in Ohnmacht fallen,als sich darüber erbrechen werde: daß die unangenehmeEmpfindung immer also eher Widrigkeit des Gefühls,Abscheu des Anblicks, als Eckel, zu nennen fey. Essey indessen darum, daß ein solcher Anblick Bewe-gungen erregen kann, die vor dem Erbrechen vorausgehen: giebt Lessing eben damit das Erbrechen nichtfür die sicherste Wirkung des Eckels an? Und da dasErbrechen eigentlich nur dem Sinn des Geschmackszukommt: so muß, wenn das Auge Eckel empfände,es blos durch eine Association von Gefchmacksideettsolchen empfinden, und über die Zärtlichkeit des Tem-peraments mag ich nicht streiten.
') Lavk. p, 2H7. 2t,8.