S2L Kritische Wälder.
Dem Gefühl kommt Eckel schon sehr uneigcnt-lich zu. „Eine zu große Weichheit der Körper, die„den berührenden Fibern nicht genug widerstehen," *)z. E. ein Antastendes Sammets» feiner Haare, -c.kann im eigentlichen Verstände eben so wenig cckel-haft heiße», als düs sogenannte Kitzeln: cs ist
Widrigkeit, ein heterogenes Gefühl, eine hetero-gene Berührung, als ich mag: und zwar Widrig-keit durch das zu Sanfte. Nun giebts eine an-dere Widrigkeit, das Gefühl einer heterogenen Ner-venspannung, durch das zu Heftige, zu Ge-waltsame. So kreischt uns ein Griffel ins Ohr,der einen Stein hinunter krallet: wir fühlen unserganzes Ncrvengebäude widrig erschüttert: wir wollenaus der Haut fahren; über erbrechen wollen wir unsnicht. Widrig ist der Gegenstand für unser fühlen-des Ohr; nicht aber eckelhaft.
Dem Gehör, als solchem, kommt Eckel nochMinder zu: denn „eine unmittelbare Folge von voll-kommenen Consonanzen" **) kann Ueberdruß,über eigentlich nur demjenigen Eckel erwecken , beiwelchem Geschmack der Hauptsinn wate, und der dieSüßigkeit der Töne Nur empfände» so ferch sie Mitder Süßigkeit, in Ansehung des Geschmacks, Aehn-lichkcit hätte. Ein solcher allein würde in der über-mäßigen Eonsonanz auch eine Achnlichkeit mit über-mäßiger Süßigkeit, folglich an Tönen Eckel empfin-den; kein andrer! Ich sage mit Fleiß empfinden,
*) Liter. Br. eb. Las.
**) Liter. Bk.