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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 4 (1821) Kritische Wälder ; 1
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Seite
198
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iZ3 Kritische Wälder.

Mahlerei wirket durch Farben und Figuren fürsAuge: Poesie, durch den Zinn der Worte auf die

untern Seclenkrafte, vorzüglich die Phantasie. Danun die Handlung der Phantasie immer ein An-schauen genannt werden mag; so kann auch die Poe-sie , so fern sie derselben einen Beariff, ein Bild an-schauend macht, füglich eine Wählerin für die Phan-tasie genannt werden: und jedes Ganze Eines Ge-dichts, ist das Ganze Eines Kunstwerks.

Nur da die Mahlerei ein Werk hervvrbringt,das wahrend der Arbeit noch Nichts , nach der Bollcn-dunq Alles: so ist die Poesie energisch, das ist,

während ihrer Arbeit muß die Seele schon alles em-pfinden; nicht wenn die Energie geendigt ist, erstzu empfinden anfangen, und erst durch Rekapitula-tion der Succci'sion empfinden wollen. Habe ich alsoeine ganze Schilderung der Schönheit hindurch nichtsempfunden: so wird mir der letzte Anblick nichts ge,wahren.

Mahlerei will das Auge tauschen: Poesie aberdie Phantasie nur wieder nicht weckmaßig, daßich in der Beschreibung das Ding erkenne; sondernbei jeder Vorstellung es zu dem Zwecke sebe, zudem es mir der Dichter vorführet. Die Art derTäuschung ist also bei jeder Gedichtart verschieden,bei allen Gemahlden nur zwiefach : entweder tauschendeSchönheit, oder tauschende Wahrheit. Aus diesemZwecke muß also das Werk der Kunst und die Energiedes Dichters geschätzt werden.

Der Künstler also wirkt durch Gestalten für dasGanze Eines Anblicks, bis zur Täuschung des Au-