Kritische Wälder.
196
gerathc wohl, bald hie, bald da, griffen, sondern,nach der Angabe einer kritischen Schrift, ein Spa-ziergang ist, der die Gegenstände in der natürlichenOrdnung schildert, in der sie sich seinen Augen dar-geboten) er wollte, sage ich, eine Fabel hinein le-gen; ;a nicht aber jede ausführliche Schilderung kör-perlicher Gegenstände, als ein frostiges Spielwerk,hinaus werfen. Und Marmontcl endlich will zwarin der Idylle mehr Moral, und weniger physischeBilder haben; ob aber dadurch die Idylle eine mitBildern nur sparsam durchflochtcne Folge von Em-pfindungen, und wenn dies, eben dadurch auch „ei-,,ne fortschreitende Folae von Handlungen werde, wo„Körper nur mit einem Zuge geschildert werden fol-„len," weiß ich nickt und nach Lessing ist sie imandern Falle nicht Poesie.
Handlung, Leidenschaft, Empfindung! — auchich liebe sie in Gedichten über alles: auch ich hassenichts so sehr, als todte, stillstehende Schildcrungs-sucht, insonderheit, wenn sie Seiten, Blätter, Ge-dichte einnimmt; aber nicht mit dem tödlichenHasse, um jedes einzelne ausführliche Gemählde,wenn es auch cocxistent geschildert würde, zu ver-bannen, nicht mit dem tödlichen Hasse, um jedenKörper nur mit einrm Beiworre an der HandlungTheil nehmen zu lassen, und dann auch nicht ausdem nämlichen Grunde, weil die Poesie in succes-siven Tönen schildert, oder weil Homer dies und
jenes macht, und nicht macht-um deswillen
nicht.
Wenn ich Eins von Homer lerne, so ists, daßPoesie energisch wirke: nie in der Absicht, um