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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 4 (1821) Kritische Wälder ; 1
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48 Kritische Wälder.

weniger mit dem Philoktet des Ehateaubrun, undmit dem verliebten griechischen Helden der französi-schen Bühne. Die wahre Empfindung, und einmännlicher Werth hat seine Würde und Hoheit, oh-ne diese von ungeheuren Metaphern, von galantenWortspielen, oder von artigen Seufzern zu borgen:und auch hier sey die Liebessprache der alten schotti-schen Helden Beispiel. — Sie handeln als Helden,und fühlen als Menschen.

Da aber freilich keine Empfindung so gern dasReich der Phantasie zu ihrem Gebiet haben mag,als die Liebe: so kann auch keine so leicht von derWürde und Wahrheit ab, und in Phantasterei undSpielwerk hinein gerathen, als diese: und so ist, ausmancherlei Ursachen , zwischen der Heldenthrane derLiebe, und zwischen der Verachtung nur immer einschmaler Rand. Unter allen menschlichen Schwach;heilen, deren sich ein Held nicht schämen dürfte, istdiese die delikateste; und daß sie es sey, kann eingroßer Trupp verliebter Roman- und Theaterhelden

beweisen.-Hier indessen hatten die griechischen

Dichter einen ziemlichen unerkannten Vortheil, näm-lich den Zutritt zu einem ihnen nationellen Liebcs-rei'che voll sehr poetischer Phantasten, die sie ausmancher Verlegenheit r?ißen mußten. Die Liebesbe-gebenheiten ihrer Götter und Göttinnen, das ganzeGefolge der Venus, der Grazien und Amors, hun-dert schöne und unterhaltende Anekdoten aus der My-thologie der Liebe, gaben ihrer Sprache der Liebeeine Süßigkeit und eine Würde < die unsre Zeitnur zu oft nachahmct, um — lächerlich zu werden.Wenn in unfern Elegien und Oden der Amor mft