Kritische Wälder.
,,Hier der Schotte! Er fühlte und furchte sich; er„äußerte seine Schmerzen und seinen Kummer: er„schämte sich keiner seiner menschlichen Schwachhei-ten ; keine mußte ihn aber auf dem Wege nach Eh-„re, und von Erfüllung seiner Pflicht zurückhaltendUnd dieser Schotte war ein Barbar vo^i einem nor-dischen Gebirge.
Schilrick trauret um seine entfernte Vinvela *):sie erscheint, sie spricht im sausenden Lüftchen: „Ich„hörte von deinem Tode: ich hörte und trauerte um„dich, Schilrick. Vor Gram um dich gab ich den„Geist auf. Schilrick, ich liege erblaßt im Grabe."Sie flieht, sie fahrt davon, wie der graue Nebelim Winde. Schilrick klagt sie: die sanfteste, feier-lichste Elegie der Liebe! — „Nur ein Schotte,würde ich im Lessing'schen Enthusiasmus sagen,nur ein Schotte kann zugleich weinen und tapferseyn!"
Was geht über das Gedicht: Eolma, Eo-mala **): an Wahrheit und Einfalt, an Süßig-keit und Hoheit, an Stärke und Zartheit der Ge-danken, der Empfindungen, des Ausdrucks, an In-halt und Einkleidung; was geht an allem diesemüber die elegischen Liebesqcsange dieser Nation, diesich durch nichts, als an Bardenliedern voll tragischerHeldenthaten, und voll tragischer Heldenliebe ergötz-ten? Nichts, selbst aus dem griechischen Alkcrthumenichts! Die Liebe der Griechen, ihre sanften Empfin-dungen und Klagen, sind weicher und wortströmcnd,
wenn
*) Ebendas, p. h.'
**) Ebendas, p. 8>>.