Erstes Wäldchen. 3r
Gesinnung verbunden, und in Einer Seele denHeroismus des Helden - und Menschengefühls so-ganz gehübt hätte, als die — alten Schotten, nachMaasgabe ihrer jetzt aufgefundenen Gesänge. Einesichere Maasgabe, da die Ursprünglichkeit dieser Lie-der bewiesen, und das ganze Leben der Nation be-kannt ist, als ein Leben, das unter Thacen, Em-pfindungen und Gesängen verstrich, und wo die Ge-sänge eben zu nichts bestimmt waren, als diese Tha-tcn und Empfindungen zu verewigen. Dies also vor-ausgesetzt: und in jedem Bardenlicde zeigt sich einVolk, dessen Seele ganz der Tapferkeit und einerfeierlichen Liebe flammete; ein Volk, dessen Denk-art überhaupt von einem Hcldenernst eine gewissemelancholische Farbe erhalten, und diese auch aufseine weichen Empfindungen verbreitete. Die mei-sten Stücke der hersischcn Dichtkunst kann ich nichtbesser, als feierliche Tra uerge sänge nennen,an die nichts im Altcrchume, und was diese Seitedes Gcfübls betrifft, selbst nichts im griechischenAllerthume reicht.
Schilrick *) scheidet von seiner geliebten Vin,vela: fern weg, fern weg in Fingals Kriege: erverläßt sie: sie bleibt allein: er wird vielleicht fal-
len ; aber Vinvcla wird sein gedenken. Ich ken-ne kein Stück, das an Süßigkeit der Liebe, undan Entschlossenheit des Scheidenden einen solchen Ab-schied, zwoer so edlen und so füblbaren Personen,mit fünf Worten des Dialogs so rührend besänge.Ich nehme Lessingen seine Worte auf die Griechen:
*) Fragmente der alten Hochschott. Dichstk. p. r.