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Erstes Wäldchen.
wenn ich sie mit diesen Barbaren vergleiche, beidenen die Liebe in stolzer, in heldenstolzer Seelewohnte, sich zu einer sanften Schwärmerei, zu einererhabnen Hcldcnzactlichkeit hob, und auch in denElegien der Liebe durch große Gesinnungen rühretund bezaubert. Die gewasserten Klagen unserer Ele-gisten ermüden mein Dhr; aber dort, in diesem feier-lichen Alterthume, dort tönet eine Melancholie derLiebe, die uns lehret, daß „nicht blos der gesitteteKrieche zugleich weinen und tapfer seyn könne," derbarbarische Schotte könne es besser.
Vielleicht aber war dies nur so mit Einer Em-pfindung der Menschlichkeit, indeß alle andre vonTapferkeit ersticht werden mußten? Wie kann dochEine Statt finden, ohne zugleich Allen Raum zuMachen? Die elegische Stimme der Schotten ist inder Vater-, in der Geschlechtsliebe ebenso süß und tapfer, als in der Weiberliebe. Manweiß, was in den alten Zeiten der Ruhm des Stam-,mes galt: eine Empfindung, die bis auf den dum-men Ahnenstolz aus den Seelen unserer Zeiten weg-geschwemmt zu .seyn scheinet. Wo fließen edlereThranen, als wenn der Sohn Fingals, Lssian *),das Andenken seiner Söhne und seines Vaters, ihrerThaten und ihres Todes erneuert — wo sind edlereThranen, als diese, auf den Wangen des Greises,der, „gleich einer alten Eiche, dasteht: aber der
Brand hat meine Zweige weggesengt, und ich bebebei den Flügeln des Nords. Allein, allein soll ich
*) Ebendas, p. 1.7. 21. u. f.
Herders W.z.sch.Lit.u.Kunst. IV. E