der Verzweiflung durchhallen lasse. Winkelmannmuß also zuerst wohl nicht recht gelesen haben, undzweitens also übel vergleichen, übel folgern.
Der Philoktet des Sophokles mag entscheiden —wie leidet dieser? Es ist sonderbar, daß der Ein-druck, den dieses Stück bei mir von lange her zu-rück gelassen, derselbe ist, den Winkelmann will:nämlich der Eindruck eines Helden, der mitten imSchmerz seinen Schmerz bekämpft, ihn mit hohlemSeufzen zurückhalt, so lange, als er kann, undendlich, da ihn das Ach! das entsetzliche Weh!übermannct, noch immer nur einzelne, uur verstohlneTöne des Jammers ausflößk, und das übrige inseine große Seele verbirgt. Lasset uns Sophoklesaufschlage», lasset uns lesen, als ob wir sähen, undich glaube, wir werden den nämlichen Philokcet ge-wahr werden, den Sophokles schuf, und Winkelmannanführt, wie ec geschaffen ist.
Mit Anfänge des dritten Aufzuges überraschetihn der Schmerz; aber mit brüllendem Geschrei?Nein: mit einem Plötzlichen Stillschweigen, mit ei-ner stummen Bestürzung, und da diese sich endlichlösen , mit einem hohlen verzognen « ä « , das sichauch kaum vom Neoptolem will hören lassen *).
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