Erstes Wäldchen.
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Winkelmann schlildert seinen Laokoon^), mitdem Gefühl, als hätte er ihn selbst geschaffen: „Der„Schmerz, welcher sich in allen Muskel» und Seh-„nen des Körpers entdecket, und den man ganz al-,,lein, ohne das Gesicht und andre Theile zu betrach-,,ten, am dem schmerzlich eingezogencn Unterleibe„beinahe selbst zu empfinden glaubt; dieser Schmerz,„sage ich, äußert sich dennoch mit keiner Wuth im„Gesicht und in der ganzen Stellung. Er erhebt„kein schreckliches Geschrei, wie Virgil von seinem„Laokoon singet; die Oeffnung des Mundes gestat-„tes es nicht; cs ist vielmehr ein ängstliches und„beklemmtes Seufzen, wie es Sadolet beschreibt.„Der Schmerz des Körpers und die Größe der Seele„sind durch den ganzen Bau der Figur mit gleicher,,Stärke ausgctheilet und gleichsam abgewogen. Lao-„koon leidet, aber er leidet, wie des Sophokles„Philoktet: sein Elend gehet uns bis an die Seele;„aber wir wünschten, wie dieser große Mann, das„Elend ertragen zu können."
„Laokoon leidet, wie des Sophokles Philoktet."Won dieser Vergleichung gehet Hr. Lcssing *) **) aus,und will, daß es keine Vergleichung sey; daß Ao-phokles Philoktet nicht blos ängstlich und beklemmtseufze, sondern klage, schreie, mit wilden Verwün-schungen das öde Eiland schrecklich anfülle, und auchdas Theater von Tönen des Unmuths, des Jammers,
*) Von der Nachahmung griechischer Werke. S. 21.22,
**) Leff« in Laok. p» 3 .