Analytischer Inhalt.
XV
12. Ueber die poetischen Attribute von Horaz, dem gro-llen Liebhaber symbolischer Wesen, wird seine Odean das Glück, sein Bild der Nothwendigkeitu.s. w.erklärt. Die Maschinen des epischen Dichters müssennicht allegorische Abstrakta seyn: bei Homer sind siees nicht.
1 3 . Homers Nebel und Unsichtbarwerdcn sind keine poe-tische Phrases, sondern gehören mit zum mythischenWunderbaren seiner Epopce. Unsichtbar seyn, istnicht der natürliche Zustand der homerischen Götter.
1Ü. Auch die Größe derselben ist bei ihm nicht solch einHauptzug, als Macht und Schnelligkeit. Unter.welchen Bedingungen, und mit welcher Mäßigunger ihre Größe schildert. Erklärung des Helms derMinerva. Bon wem er das Coloffalische seiner Göt-ter entlehnet?
ib. Das Successive in den Tönen ist nicht das Wesender Dichtkunst. Ganz und gar auch nicht mit demCoexistenten der Farben zu vergleichen. Aus demSuccessiven der Poesie folgt nicht, daß sie Hand-lungen schildere. Das Successive der Töne kommtjeder Rede zu.
16. Fehlschlüsse, wenn man die Succession der Töne fürdas Hauptmerkmal der Poesie annimmt. Homerwählt gar nicht vas Fortschreitende seiner Schilde-rungen, »m sie nicht coeristent zu schildern; sondernweil jedesmal in dem Fortschreiten seiner Bilderdie Energie derselben und seiner Gedichtart liegt.
17. Homers Gedichtart kann nicht allen Dichtarten Ge-setze, und aus ihrer Manier ein oberstes Gesetzgeben. Aus der Succession der Töne folgt keineAchtserklärung gegen die mahlende Poesie.
18. Energie ist das oberste Gesetz der Dichtkunst: siemahlet also nie werkmaßig. urtbeil über HarrisVergleichung und Unterscheidung der schönen Künste.