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lichen seine Selbstbeherrschung. Aber so geschah cs nicht. Erschaudertewohl zusammen, dann aber gewann er wieder die vorige Ruhe.
„Du hast dich vergeblich unter der Menge nach einem wohl-wollenden Auge umgcsehen!" sagte der Carmelitcr, dem die konvul-sivische Bewegung nicht entgangen war.
„Für einen Mörder hat hier Keiner Mitleid."
„Denk' an deinen Erlöser, Sohn. Er litt Schmach und Todfür ein Geschlecht, das seine Gottheit läugnete und seine Qualverhöhnte.
Jacopo bekreuzte sich und beugte ehrfurchtsvoll sein Haupt.
„Hast du noch mehr zu beten, Vater?" fragte der Oberste derSbirren, dem die Aufsicht über die ganze Handlung übertragen war.„Obgleich die erlauchten Räthc unerschütterlich sind in der Gerechtig-keit, so haben sie doch mit den Seelen der Sünder Erbarmen."
„Hast du auch bestimmte Befehle?" fragte der Mönch, indemer ungewiß sein Auge wiederum aus die Fenster des Palastes heftete.„Ist cs gewiß, daß der Gefangene sterben muß?"
Der Offizier lächelte über die Einfalt der Frage, und mit derFühllosigkeit eines Mannes, der zu vertraut ist mit menschlichenLeiden, um Mitleid zu haben, fügte er hinzu: „Es ist das Schick-sal aller Menschen, ehrwürdiger Mönch, und namentlich Derer, überdie das Gericht des heiligen Marcus ergangen ist. Es wäre besser,Euer Beichtling dacht' an seine Seele."
„Du hast doch auch gewiß besonderen und ausdrücklichen Be-fehl? Man hat dir doch die Zeit zur Vollführung des blutigenWerkes genau bestimmt?"
.. „Ja wohl, heiliger Carmelitcr. Die Zeit wird nicht langsamsein, und Ihr thätet gut, sie Euch zu Nutze zu machen, wofern Ihrnicht schon mit dem Scelenzustand des Gefangenen zufrieden seid."
So sprechend warf der Offizier einen Blick auf die Sonnen-uhr des Platzes uud ging kaltblütig fort, den Priester und denGefangenen zwischen den Säulen wieder allein lassend. Der Erftcre