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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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von diesen konnte offenbar noch immer nicht an die wirkliche Voll-streckung des Urtheils glauben.

Hast du Hoffnung, Jacopo?" fragte er.

Karmeliter, auf meinen Gott!"

Sie können dicß Unrecht nicht begehen! Ich war des AntonioBeichtiger ich warZcnge von seinem Tode, und das weiß der Fürst!"

Was ist ein Fürst und seine Gerechtigkeit, wo die Selbstsuchteiniger Wenigen regiert. Vater, du bist ein Neuling im Dienstedes Senates."

Ich vermesse mich freilich nicht, vorauszusetzen, daß Gott dieThätcr dieser That niedcrdonucrn wird, denn die Geheimnisse seinerWeisheit sind uncrforschlich. Dieß Leben und Alles, was dieseWelt bieten kann, ist nur ein Punkt vor seinem allumfassendenAuge, und was uns als Nebel erscheint, mag des Guten voll sein.Hast du Glauben an deinen Erlöser, Jacopo?"

Der Gefangene legte seine Hand ansdas Herz und lächelte mit derstillen Zuversicht, wclche nur Denen inncwohnt, die solchen Trost haben.

Wir wollen noch einmal beten, Sohn!"

Der Karmeliter und Jacopo knieten neben einander, und derLetztere beugte seinen Kopf dem Blocke zu, während der Mönchschließlich die göttliche Gnade für ihn erflehte. Der Carmelitcrstand aus, als der Andere noch betend dalag. Der Mönch war sovoll von heiligen Gedanken, daß er, seines früheren Wunsches ver-gessend, jetzt fast mit Zufriedenheit daran dachte, wie der Gefan-gene nunmehr in den Genuß der Seligkeit eingehen sollte, derenHoffnung ihn selbst so freudig erhob. Der Offizier und der Scharf-richter traten näher; Ersterer stieß Vater Anselmo an und deuteteaus die entfernte Nhr.

Der Augenblick ist da," sprach er, mehr aus Gewohnheit, alsaus Schonung für den Gefangenen, flüsternd.

Jnstinktmäßig wendete der Canncliter sein Auge nach dem Pa-laste, in der plötzlichen Aufregung nur seines Begriffs pon irdischer