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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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späne, die damals üblichen Gerätschaften bei Hinrichtungen. Ne-ben diesen stand der Scharfrichter.

Eine Bewegung in der Menge lenkte endlich jedes Auge nachdem Thore des Palastes. Ein Gemurmel erhob sich, die Mengewallete hin und her und eine kleine Schaar Sbirrcn wurde sicht-bar. Ihr Schritt war schnell, wie der Gang des Geschickes. DieReihe der Dalmatier öffnete sich zur Aufnahme dieser Handlangerdes Schicksals, und schloß sich wieder hinter ihnen, als Verschlüßensic mit dem Vernrtheilten die Welt mit allen ihren Hoffnungen.Als sie bei dem Blocke zwischen den Säulen ankamen, thcilten dieSbirrcn sich in Reihen und zogen sich ein wenig zurück; Jacopoblieb allein vor den Todeswerkzcugcn mit seinem geistlichen Rath-gebcr, dem Karmeliter, der gaffenden Menge sichtbar.

Vater Ansclmo war in der gewöhnlichen Ordenskleidung derBaarfüßer Mönche. Die Kapuze des heiligen Mannes war zurück-geschlagen und zeigte den Umstehenden seine kasteicten Züge und seinbeschauliches Auge. Sein Gesicht war ein Bild verworrener Unge-wißheit; oft blitzten Funken von Hoffnung fieberhaft darin aus.Während seine Lippen sich betend bewegten, schweifte sein Blick un-willkürlich von einem Fenster des Dogenpalastes znm anderen. Erstellte sich indessen neben den Vernrtheilten und bekreuzigte sich drei-mal mit innigem Eifer.

Jacopo stand in ruhiger Haltung vor dem Block. Sein Kopfwar entblößt, seine Wange farblos, Hals und Nacken bis zu denSchultern unbedeckt, sein Oberleib war mit dem Hemd und seinübriger Körper nach Brauch der Gondeliere bekleidet. Er knieetenieder, das Gesicht dem Blocke zuwendend, und betete; dann stander auf und überschaute die Menge mit Würde und Fassung. Wäh-rend sein Auge über die Reihe menschlicher Gesichter langsam hin-schweifte, überflog eine flüchtige Glut sein Antlitz; denn keines vonAllen verricth Gefühl für sein Leiden. Seine Brust hob sich, unddie zunächst standen, bildeten sich ein, nunmehr verlasse den Unglück-