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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
Entstehung
Seite
459
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Gerechtigkeit ist Venedigs Wahlspruch."

Die von der Vorsehung reichlich gesegnet sind, wissen nichtimmer, was ein Armer zu tragen hat. Es hat Gott gefallen, meinereigenen armen Mutter schwere Leiden aufzuerlegen, die ohne ihreGeduld und ihren christlichen Glauben schwer zu überstehcn wären.Das Bischen Sorgfalt, welches ich ihr spenden konnte, hat zuerstJacopo's Augen auf mich gezogen, denn sein Herz war voll vonKindespflicht. Wenn Ew. Hoheit nur Carlo besuchen wollte oderihn hicher bringen ließe, so würde seine einfache Erzählung alleschändlichen Unthaten, die sie ihm aufgcbürdet haben, zur Lügemachen."

Das ist nicht nöthig das ist nicht nöthig. Dein Glaubenan seine Unschuld, Mädchen, ist beredter als alle seine Wortesein können."

Ein Freudcnstrahl blitzte in Gelsomina's Gesicht auf, sie wandtesich zu dem Mönche und sagte:Seine Hoheit gibt Gehör, undwir werden durchdringen! Vater, sie mögen drohen in Venedig undden Furchtsamen ängstlich machen, aber sie werden das niemalsthun, was wir gefürchtet haben. Ist nicht Jacopo's Gott mein Gottund ihr Gott? der Gott des Senates und des Dogen? des Rathcsund der Republik? Ich wünschte, die geheimen Mitglieder vomRathe der Drei hätten den armen Jacopo gesehen, wenn er nachseinem Tagewerk, müde von der Arbeit, gepeinigt von dem ewigenZögern in die Winter- oder Sommerzelle trat, wie es nun geradewar, eisig kalt oder brennend heiß, und sich zwang, vergnügt zusein, damit der fälschlich Angeklagte nicht noch mehr sein Elendfühlen möchte! Ach, ehrwürdiger und gütiger Fürst, Ihr wissetwenig von der Last, welche die Armen oft zu tragen haben, dennEuch ist das Leben Sonnenschein. Aber Millionen sind da, diethun müssen, was sie hassen, um üur nicht thun zu müssen, wassic fürchten."

Kind, du sagst mir nichts Neues,"