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15 (1853) Der Bravo : eine venetianische Geschichte
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'Mit Tages Anbruch, Fürst!"

Und der Vater?"

Ist gestorben."

Im Kerker, Karmeliter?"

Im Kerker, Fürst von Venedig!"

Eine Panse.

Hast du vom Tode eines gewissen Antonio gehört?" nahmder erschütterte Doge, sich fassend, das Wort.

Ja, Signor. Bei meinem heiligen Amte bezeuge ich, daßJacopo an diesem Verbrechen unschuldig ist. Ich selbst habe demFischer zur Beichte gesessen."

Der Doge wendete sich ab, denn die Wahrheit dämmerte inihm auf, und die Glut auf seinen greisen Wangen enthielt einGeständniß, welches nicht jedes Auge merken konnte. Er suchte denBlick seines Gesellschafters, aber der Ausdruck seines menschlichenGefühls traf auf die geregelten Züge des Anderen, wie Licht ausPolirten Stein, davon cs kalt zurückprallt.

Hoheit," sagte eine zitternde Stimme.

Was willst du, Kind?"

Es gibt einen Gott für die Republik so gut, als für denGondclier! Wird Ew. Hoheit nicht diese große Sünde von Vene-dig abwenden?"

Du sprichst gerade aus, Mädchen."

Carlo's große Gefahr hat mich kühn gemacht. Das Volkliebt Euch sehr, und Keiner spricht von Euch, ohne zugleich vonEurer Güte und Eurer Dienstwilligkeit für die Armen zu sprechen.Ihr seid der Stamm einer reichen und glücklichen Familie: Ihrwollt nicht, und wenn Ihr wolltet, Ihr könntet nicht für ein Ver-brechen halten, daß ein Sohn seinem Vater Alles zum Opferbringe. Ihr seid unser Vater, und wir haben ein Recht, zu Euchzu kommeu, auch wenn wir um Gnade bitten. Hier aber, Hoheit,fordere ich nur Gerechtigkeit."