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„Diesen Charakter kann die Knnst anch wohl einem Bravobeilegen. Aber wir verlieren die Zeit. Was haben die beiden Fron-toni mit einander gemein?"
„Hoheit, sic sind Vater und Sohn. Als Jacopo so alt war,daß er das Unglück seiner Familie einsehcn konnte, lag er denSenatoren mit Bitten für seinen Vater so lange an, daß siebefahlen, man sollte den Kerker desselben einem so frommen Sohneheimlich öffnen. Ich weiß wohl, daß die Regierenden nicht allwissendsein können, sonst wäre solch' Unrecht nie möglich gewesen. AberFrancesco blieb Jahre lang im Gefängnisse, wo cs Winters kaltund dunstig und Sommers eine glühende Hitze ist, bis herauskam,daß er falsch angcschuldigt war. Da ließ man zu einigem Ersatzfür die gar nickt verdienten Qualen Jacopo zu ihm."
„Warum das, Mädchen?"
„Hoheit, war cs nicht aus Erbarmen? Sic versprachen auch, daßdie Dienste des Sohnes zu seiner Zeit dem Vater die Freiheit erwerbensollten. Die Patricicr waren aber schwer zu überzeugen und machtenBedingungen mit dem armen Jacopo, und er ging darauf ein, sicheinem schweren Geschäft zu unterziehen, damit nur sein Vater nocheinmal die freie Luft athmcn möchte, vor seinem Tode."
„Du sprichst in Räthseln."
„Ich bin nicht gewohnt, großer Doge, vor so vornehmenHerren zu reden, auch sticht über solche Sachen. Aber dicß weißich, daß Jacopo drei lange Jahre Zutritt hatte zu seines VatersZelle, und daß dicß mit Erlaubniß der Obrigkeit geschah; meinVater würde es sonst nicht gelitten haben. Ich begleitete ihn immerbei dem frommen Gange, und will die gelobte Jungfrau und alleHeiligen zu Zcu —"
„Mädchen, hast du gewußt, daß er ein Bravo ist?"
„Ach, Hoheit, nein! Er schien mir immer ein pflichtliebenderSohn, der Gott fürchtete und seinen Vater ehrte. Ich möchte niewieder solchen Schmerz empfinden, als mich damals durchschaucrte.